Die Zimmerleute

Die Zimmerleute

 

Schmotziger Dunschtig-Morgen 8.00 Uhr:

Die Halb-Olfer Zimmerleute treffen sich im Hecht, von wo aus sie gemeinsam in den Wald gehen, um den Narrenbaum zu holen.

Während die einen die Scheren binden, die am Mittag zum Baumstellen gebraucht werden, fällen andere den neuen Narrenbaum und wieder andere sind fürs Feuermachen und Vesperrichten an der  Waldhütte zuständig. Nach getaner Arbeit trifft sich die ganze Gruppe, die inzwischen auf ca. 50 Mann angewachsen ist, am Lagerfeuer, wo man sich für den Mittag stärkt. Bis zum Umzugsbeginn muss der Baum im Dorf bereit stehen. Dieser wird dann beim Umzug von den Orsinger Kindern einmal ums Dorf bis zum Torkelplatz gezogen. Während hier das große Vesper für alle Narren angerichtet ist, wird der Narrenbaum mit einer Länge von ca. 30 Metern von den Zimmerleuten per Handarbeit aufgestellt.

Weitere Höhepunkte für die Zimmerleute während der Fasnet sind der Narrenblatt-verkauf, der Auftritt beim Bunten Abend und das Narrenbaumstellen bei einem auswärtigen Gastverein. Natürlich stellen auch die verschiedenen Narrentreffen, bei denen die Zimmerleute mit ihren Werkzeugen und ihrem selbstfahrenden Hobel vor allem bei den Frauen mehr oder weniger große Begeisterung finden, einen weiteren Höhepunkt dar.

Mit dem großen Speckessen am Fasnachtsdienstag nach dem Narrenbaumfällen, wo alle 50 Mitglieder an einem Tisch sitzen, wird dann die Fasnet verabschiedet.

Dabei fing alles so klein an:

Im Jahre 1950 trafen sich 4 junge Männer, weil sie nach dem Vorbild der Stockacher Zimmerleute auch an der örtlichen Fasnet teilnehmen wollten. Eine Narrengruppe, wo jeder mitmachen konnte, gab es zu jener Zeit noch nicht in Orsingen. Diese 4 Männer waren Josef Fritschi II, Anton Fritschi, Willi Stemmer und Erich Roser. Man beschloss, als Zimmerleute am Schmotzigen Dunschtig aufzutreten.

In den nächsten Jahren kamen noch Armin Zeiher, Karl Zeiher, Paul Fritschi, Georg Fritschi und Helmut Harder dazu. Bemerkenswert ist, dass 7 dieser 9 Männer alle zwischen 45 und 55 Jahre lang der Gruppe aktiv treu blieben. Und auch in ihrem wohlverdienten Ruhestand sind sie immer gern gesehene Gäste in den Reihen der Zimmerer.

Die Halb-Olfer Zimmerleute, wie die Gruppe sich nennt, gliedert sich auf in

Anwärter (Anwartszeit 2 Jahre) und Lehrlinge (Lehrzeit 3 Jahre). Beide Gruppen tragen eine Gänsefeder am Hut.

Die Gesellen werden dann mit einer Fasanenfeder kenntlich gemacht. Die Obergesellen tragen eine Pfauenfeder ohne Auge und die Meister wie auch der Obermeister schmücken sich mit einer Pfauenfeder mit Auge.

Nach der Fasnacht stehen noch zwei weitere feste Termine im Kalender der Zimmerleute: dies ist am Samstag nach der Fasnacht das Funkenfeuer sowie am 30. April das Stellen des Maibaumes.